(Bild-Quelle: Wikipedia)

30.08. Ankunft

Wir staunten nicht schlecht, als wir am 30.08.2009 in Pula eintrafen. Auf stürmischen Wind bei der Landung und Nieselregen war wohl niemand so recht vorbereitet. Doch nach einer Stunde war der Wetter-Spuk vorbei und wir sahen danach keine Wolke mehr...

Nachdem die Regenwolken abgezogen waren, zeigte sich Istrien in den einzigartigen Farben der Adriaküste. Kreidefelsen, türkises Meer, dicht mit Schatten spendenden Pinien bewaldete Hänge.

  

Die Dörfer bestehen aus kleinen Häusern, die sich malerisch an die grünen Hänge schmiegen. Rote, wechselweise auf und ab gelegte Tonziegel überdachen die oft verwitterten Fassaden. 

  

 

Die felsige Küste bot atemberaubende Ansichten. Im Laufe von Jahrtausenden spülte das Wasser zahlreiche Schluchten, Höhlen und Grotten in die zerklüfteten Felsen. 

Das türkise, warme Wasser lud zum Schwimmen geradezu ein. Die Lehrer jedoch scheuchten die Schüler zunächst um die ganze Halbinsel herum. Man sollte sich schließlich einen Überblick verschaffen...

Wir sahen Jugendliche von hohen Felsen aus in eine Schlucht springen. So mancher bezahlt sicher solcherlei Mutproben mit schlimmen Verletzungen oder mit dem Leben.

Grobe Kieselsteine findet man reichlich an der Küste - statt Sand. Andererseits begünstigt genau dieser Umstand das kristallklare Wasser, das nicht durch Schwebteilchen eingetrübt wird.

 

31.08. Pula

Am zweiten Tag  erkundeten wir das Stadtzentrum von Pula. 

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sind mit 72% Kroaten. Etwa 28% gehören ethnischen Minderheiten an, von denen die Serben mit 5,8% und die Italiener mit 4,8% die beiden größten in Pula sind. Außerdem leben Slowenen, Bosniaken, Albaner, Ungarn, Deutsche, Sinti/Roma in Pula. (Quelle: wikipedia).

Unsere Stadtführung begann beim zur Zeit von Kaiser Augustus erbauten Amphitheater. Es hat eine Größe von 133x105 Metern, bot etwa 23.000 Menschen Platz und ist damit eines der größten von den Römern erbauten Amphitheater. Hier fanden blutige Gladiatorenspiele statt, in denen römische Sklaven um ihr Leben kämpften.

Die Stadtbesichtigung unter Leitung von Frau Suran führte uns anhand altertümlicher Bauten die bewegte Stadtgeschichte von Pula und die Geschichte Kroatiens vor Augen. 

Augustustempel und römisches Theater

Altstadtgassen

 

 

Herkules-Tor

Triumphbogen der Sergier 

aus dem 1 Jhd. v. Chr.

 

Doppeltor

 

Amphitheater in Pula

Erhalten geblieben ist nur die Außenmauer des Amphitheaters. Im Aufbau entsprach es dem Kolosseum in Rom. Das gesamte Innenleben mit über 20000 Sitzplätzen wurde schon zur Zeit der Venezianer entfernt. 

01.09. Meeresbiologische Station (1. Tag)

Ein Hi-Lite der Studienfahrt war sicher der Besuch der Meeresschule.  Die Küste um Pula ist bekannt für ihre große Artenvielfalt. Die hier ansässige meeresbiologische Station wird von österreichischen Biologen geleitet und vermittelt Schüler- und Erwachsenengruppen Kenntnisse über die ökologischen Besonderheiten der Region.

Nach einer allgemeinen Einführung durch die allseits beliebten und daheim vorbereiteten Referate der Teilnehmer erklärte uns Johannes (bei Tauchern ist das "Du" wohl üblich, unter Wasser bleibt für Höflichkeitsformen eh keine Zeit) den Plan für die Untersuchungen und gab Sicherheitshinweise zum Schnorcheln. Der theoretische Teil dieses Tages, der die Biologie des Seeigels zum Inhalt hatte, gestaltete sich alles andere als langweilig.  

Am frühen Nachmittag stand dann der praktische Teil auf dem Programm. In der Bucht konnten die Teilnehmer in mäßig tiefem Wasser in Ruhe den Umgang mit Schnorchel und Maske üben und ganz nebenbei Tiere für die nähere Betrachtung einfangen. Das Einfangen der Seegurken bereitete keinerlei Probleme, zur Ausbeute gehörten aber u.a. auch Einsiedlerkrebse und sogar einige kleine Fische. Die Meeresökologie der Region wurde anhand der Beispielte anschaulich und lebendig.

So mancher nutze dann den späteren Nachmittag - nach "Dienstschluss" - für weitere Ausflüge in die Unterwasserwelt...

 

02.09. Rovinj -  Lim-Fjord - Porec

Am nächsten Morgen hieß es wieder zeitig aufstehen. Das Wetter entschädigte mit abermals wolkenlosem Himmel. 

Mit dem Schiff ging es, immer entlang der Küste Istriens, nach Rovinj, einer kleinen Hafenstadt etwa 25 km nördlich von Pula. Die Küste mit den vielen kleinen vorgelagerten Inseln und Inselchen, den vielen Tälern und kleinen Dörfern ist vom Boot aus natürlich besonders beeindruckend. Die menschenleere Küstenregion wird manchmal unterbrochen von Campingplätzen, die unter Pinien im Schatten liegen und bis an's Wasser reichen. Gelegentlich ragen Wachtürme und verfallene Betonbunker hervor, die als stumme Mahnmale Zeugnis davon liefern, dass Istrien in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Angriffen war.

Rovinj empfängt den Besucher mit dem üblichen Überangebot an touristischen Einrichtungen aller Art. Der malerische Hafen tröstet ein wenig über diesen Charakter des Ortes hinweg, der sich durch den Blick in die vielen kleinen Läden aufdrängt, in denen Ladenbesitzer auf Ihre meist ausländischen Kunden warten. Für die Region bildet der Tourismus vermutlich inzwischen eine der Haupteinnahmequellen.

Unsere Stadtbesichtigung führte uns über mittelalterliches Pflaster durch enge Gassen, in denen es von Menschen wimmelte, hinauf zur Basilika. 

Die Kirche Sveta Eufemia wurde im 18. Jahrhundert gebaut und besitzt einen der höchsten Kirchtürme des Landes, an dessen Spitze die Statue der Heiligen Euphemia thront. 

Euphemia war eine Märtyrerin zur Zeit des Kaisers Diokletians. Der Legende nach taten ihr die wilden Tiere, denen sie zum Fraß vorgeworfen worden war, nichts zuleide. Sie musste durch einen Dolchstoß getötet werden. Der Sarkophag mit ihren Gebeinen wurde in Byzanz aufbewahrt, verschwand jedoch in den Jahren des Bildersturms. Im Jahre 800 soll er auf wundersame Weise bei Rovinj ans Land geschwemmt worden sein. Seit dieser Zeit werden die Gebeine der hl. Euphemia hinter der Kirche von Rovinj in einem Steinsarkophag aufbewahrt. Die Hl. Euphemia wurde zur Schutzpatronin Rovinjs und ganz Istriens. 

(Quelle: Wikipedia

 

Basilika Sveta Euphemia

Rovinj

 

Euphemia-Statue

(Turm der Basilika)

Stadt-Uhr

am Hafen

Auch hier gab's Referate

Mittelalterliche 

Altstadt

 

 

Basilika Sveta Euphemia

Nach dem Mittagessen in einem der zahlreichen kleinen Restaurants am Hafen - es gab Makrele, na ja - ging's wieder auf's Boot in Richtung Lim-Fjord. Dieser zieht sich als 9 km langer und 100 Meter tiefer Einschnitt in das Karstgebiet nördlich von Rovinj und bietet ein beeindruckendes Naturpanorama. 

Ob tatsächlich einige der Winnetou-Filme hier gedreht wurden, wie von der stets bemühten Bootsbesatzung angegeben? Wer weiß...

 

Weiter ging's nach Porec mit der berühmten Euphrasius-Basilika.

03.09. Meeresbiologische Station (2. Tag)

Auf dem uns schon bekannten Fußweg gelangten wir erneut zur Meeresschule. Für diesen Tag stand "Schnorcheln in der Grotte" auf dem Tagesprogramm. Leider musste dieser Programmpunkt wegen der starken Wellen am Eingang der Grotte auf einen anderen Ort verlegt werden. Doch auch hier boten die stark unterschiedlichen Lichtverhältnisse gute Voraussetzungen für die Erkundung der sessilen und pelagialen Lebensformen der nördlichen Adria. Das Vorkommen unterschiedlicher Algenarten als Anpassungserscheinung an die Lichtverhältnisse in verschiedenen Wassertiefen sowie das Verhalten von Schwarmfischen bei starker Strömung, die Hauptthemen dieses Tages, waren bei dem gut organisierten Stationenbetrieb für alle Teilnehmer gut zu erkennen. Überhaupt bot die Meeresschule ein an die Gruppe und das Wetter gut angepasstes Programm.

Wir bedanken uns noch einmal bei der Meeresschule Pula für die fachkundige Anleitung und die erlebnisreichen Tage! Eine Teilnehmerin fragte spontan nach einer Praktikumstelle für die Zeit nach dem Abitur.

04.09. Abreise

Zu vermelden bleibt, dass das Team "Italy-Germany" beim Beach-Volleyball-Turnier am Abend den ersten Platz in der Gesamtwertung belegte. Ein schöner Erfolg mit "Spaß-Spaß"-Faktor.

In der Nacht hieß es dann Abschied nehmen von Pula. Am frühen Morgen erreichten wir die Heimat, die sich bei wolkenverhangenen und regnerischen 14 Grad zugegebenermaßen nicht besonders vorteilhaft präsentierte. Was folgt, sind die ersten Klausuren und die langfristige Vorbereitung auf die Prüfungen, zu denen ich allen schon jetzt viel Erfolg wünsche.

Ein Link zu allen 750 Fotos der Reise kann per Email von allen Teilnehmern unter webmaster@afg-aktiv.de angefordert werden.